Ratgeber
Grundriss bauen: vom Plan zum Modell im Maßstab 1:50
Wer seinen Grundriss als Modell baut, versteht ihn. Wie Sie den Plan in den richtigen Maßstab bringen, welche Maße Wände, Türen und Fenster bekommen und welche drei Wege es zum fertigen Modell gibt.
Warum einen Grundriss als Modell bauen?
Ein Grundriss auf Papier zeigt Linien. Erst im Modell werden daraus Räume: Man sieht, wie lang ein Flur wirklich ist, wohin der Blick vom Eingang fällt und ob das Kinderzimmer neben dem Bad liegen sollte. Wer den Grundriss baut, stellt die Fragen, bevor gebaut wird, nicht danach.
Besonders hilfreich ist ein Modell, wenn mehrere Personen mitentscheiden. Am Tisch sehen alle dasselbe, ohne Bildschirm und ohne Übung im Planlesen.
Den Plan auf 1:50 bringen
Für ein Grundriss-Modell hat sich der Maßstab 1:50 bewährt. Ein Meter im Haus sind zwei Zentimeter im Modell. Das Modell bleibt handlich und zeigt trotzdem genug Details, um Räume zu beurteilen. Ein Haus mit 10 × 12 m Grundfläche misst im Modell 20 × 24 cm und passt auf ein A4-Blatt.
- Maßstab des Plans prüfen. Er steht meist im Plankopf. Bauantragspläne sind oft im Maßstab 1:100 gezeichnet.
- Auf 1:50 bringen. Einen Plan im Maßstab 1:100 drucken oder kopieren Sie mit 200 Prozent. Liegt der Plan als PDF vor, drucken Sie ihn in „tatsächlicher Größe“, nicht „an Seite angepasst“.
- Nachmessen. Messen Sie eine bekannte Strecke aus der Maßkette nach. 5,00 m im Plan müssen nach dem Druck genau 10 cm lang sein.
- Auf eine feste Unterlage legen. Graupappe, eine Holzplatte oder eine Stahlplatte verhindern, dass sich der Plan verzieht.
Die wichtigsten Maße im Modell
Diese Werte gelten für ein typisches Wohnhaus im Maßstab 1:50. Für Ihr Projekt übernehmen Sie die Maße aus dem eigenen Plan.
| Bauteil | Im Haus | Im Modell 1:50 |
|---|---|---|
| Raumhöhe, Wandhöhe | 2,60 m | 52 mm |
| Innentür, Höhe | 2,10 m | 42 mm |
| Fensterbrüstung | 0,90 m | 18 mm |
| Außenwand, Stärke | etwa 0,36–0,42 m | etwa 7–8 mm |
| Innenwand, Stärke | etwa 0,12–0,24 m | etwa 2,5–5 mm |
| Flur, 1,20 m breit | 1,20 m | 24 mm |
| Kinderzimmer, 14 m² | etwa 3,50 × 4,00 m | 70 × 80 mm |
Drei Wege zum Grundriss-Modell
1. Selbst bauen aus Pappe oder Schaumplatte
Der klassische Weg aus dem Architekturstudium. Sie brauchen Graupappe oder Schaumplatte in passender Stärke, ein Cuttermesser, ein Stahllineal, eine Schneidematte und Leim.
- Den Plan im Maßstab 1:50 auf die Grundplatte kleben.
- Wandstreifen in Wandhöhe zuschneiden, für ein typisches Wohnhaus 52 mm.
- Außenwände entlang der Linien setzen, Öffnungen für Türen und Fenster vorher ausschneiden.
- Innenwände ergänzen, zuletzt Treppe und Details.
Das Ergebnis ist günstig und individuell. Der Aufwand liegt je nach Grundriss bei mehreren Stunden, und Änderungen bedeuten neu schneiden. Für einen festen Entwurf ist das gut, zum Ausprobieren von Varianten weniger.
2. Im 3D-Druck
Wer ein CAD-Programm beherrscht und Zugang zu einem 3D-Drucker hat, zeichnet den Grundriss in 3D und druckt ihn aus. Die Teile werden sehr präzise, und Wiederholungen sind einfach.
Dafür braucht es Erfahrung mit der Software, Druckzeit und Nacharbeit. Für Bauherren ohne Technikhintergrund ist das selten der schnellste Weg. Wer das Ergebnis dauerhaft behalten möchte, kann ein Modellhaus nach dem eigenen Grundriss fertigen lassen.
3. Mit einem Grundriss-Baukasten
Ein Baukasten verbindet das Modell mit der Freiheit, es zu verändern. Beim HeimelBAU Grundriss-Modell liegt Ihr Plan im Maßstab 1:50 auf einer Stahlplatte, und magnetische Wandmodule stehen direkt auf seinen Linien. Fenster, Türen und Treppe sind fertige Module mit Maßangabe.
Der Grundriss steht in Minuten. Eine Wand ist in Sekunden versetzt, ein Fenster getauscht, und nach dem Gespräch ist der Baukasten bereit für den nächsten Grundriss.